Die Geschichte von Sulzbach am Main

Bereits um 3.500 v. Chr. lebten Menschen im Sulzbachtal – das belegen Funde aus der Jungsteinzeit. Der Ringwall auf dem Schlossberg zwischen Soden und Ebersbach, im Volksmund „Altenburg“ genannt, entstand wahrscheinlich in der Urnenfelderzeit (1.250 bis 750 v. Chr.) als Fliehburg und wurde im frühen Mittelalter durch eine steinerne Burg verstärkt.

Zur Zeit der römischen Landnahme bildeten der Limes und der Main die Grenze zwischen dem römisch besetzten Odenwaldgebiet und dem freien Germanien. Im Sulzbachtal siedelten die germanischen Stämme der Chatten, Alamannen, Burgunder und Franken. Die ersten Siedlungen der heutigen Orte Sulzbach, Ebersbach, Leidersbach, Roßbach und Soden entstanden bereits in der Karolingerzeit, vermutlich um das 8. Jahrhundert.

Die älteste urkundliche Erwähnung Sulzbachs stammt aus dem Jahr 1184. Papst Lucius III. bestätigte in einer Urkunde einen „Hof in Sulzbach“, was auf die frühmittelalterliche Bedeutung des Ortes hinweist. Die Ortsteile Dornau und Soden sind erstmals in den Jahren 1243 beziehungsweise 1248 dokumentiert.

In Soden wurde seit dem Mittelalter Salz gewonnen – eine wichtige wirtschaftliche Grundlage. 1456 erhielt Peter Eberbach das Recht zur Salzgewinnung gegen Abgabe eines Zehntels der Ernte. Die Salzquellen brachten dem Ort den Namen „Bad Sodenthal“ ein. Im 19. Jahrhundert entstand hier ein bekannter Badebetrieb, der bis zum Ersten Weltkrieg florierte. Heute wird das Heilwasser gefördert und vertrieben, und die ehemaligen Badeanlagen beherbergen eine Montessori-Grundschule.

Im Mittelalter gehörte Sulzbach zu verschiedenen regionalen Verwaltungsbezirken. Nach der Zugehörigkeit zum Königreich Bayern im Jahr 1814 war Sulzbach zunächst Teil des Landgerichts Kleinwallstadt, ab 1861 dann des Bezirksamts Obernburg.

Die Landwirtschaft bestimmte lange das Leben in Sulzbach, doch im 18. und 19. Jahrhundert führte das Erbrecht zu zersplittertem Landbesitz und wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Erst durch die Industrialisierung Aschaffenburgs und den Bau der Bahnlinie Aschaffenburg–Miltenberg (1876) verbesserten sich die Lebensverhältnisse. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung durch Heimatvertriebene und die Eingemeindungen der Orte Dornau (1971) und Soden (1972) auf heute etwa 7.000 Einwohner.

Das Gemeindewappen von Sulzbach, 1955 verliehen, spiegelt die Geschichte und den Namen des Ortes wider: Zwei gekürzte Salzhaken symbolisieren das salzhaltige Wasser des Sulzbaches, die heraldische Lilie stammt vom kurmainzischen Adel, die roten Sparren aus dem Wappen der Herren von Eppstein und das sechsspeichige Mainzer Rad weist auf die frühere Zugehörigkeit zum Erzstift Mainz hin.

Am 15. Mai 1973 wurde Sulzbach offiziell zum Markt erhoben. Heute ist die Gemeinde mit ihrem Handwerk, Handel und ihrer Industrie weit über die Region hinaus bekannt. Mit etwa 8 Quadratkilometern Wald und gut ausgebauten Wanderwegen ist Sulzbach zudem ein beliebtes Naherholungsgebiet. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen das Portal der alten Kirche aus dem 18. Jahrhundert sowie die Überreste des historischen Nordtores mit Teilen der ehemaligen Dorfmauer.

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