Historische Ortsbefestigung
Die Ortsbefestigung von Sulzbach am Main ist eine spätmittelalterliche Wehranlage, die als geschlossener Mauerring zum Schutz des Ortes errichtet wurde.
Sie wies typische Merkmale einer Stadtbefestigung auf: Doppeltürme, Tore, Zwinger und Wehrpfade hinter der Mauer.
Die aus rotem Sandstein gebaute Mauer wurde zwischen 2012 und 2015 aufwendig restauriert und steht unter Denkmalschutz.
Lage
Die etwa einen Kilometer lange Ortsbefestigung umschloss im ausgehenden Spätmittelalter den Ort.
- Oberes Tor im Süden, flankiert von zwei Rundtürmen
- Unteres Tor im Nordwesten, ebenfalls mit Rundtürmen
- Rundturm im Südosten, ohne Durchgang
Geschichte
- Errichtung um 1500 als geschlossener Mauerring
- Schützte einen Ort mit etwa 500 Einwohnern
- Zwei Toranlagen mit Zwinger, im Nordwesten und Süden
- Mit wachsender Feuerkraft von Waffen verlor die Mauer ihre militärische Funktion
- Nach 1787: dritter Durchbruch im Südwesten („Neues Tor“, ohne Zwinger)
- Ortsplan von 1849 zeigt noch Türme und Zwinger
- Industrialisierung und Verkehrsveränderungen führten ab dem 19. Jahrhundert zum Abbruch vieler Mauerteile
Aufbau
- Mauer besteht außen aus flach behauenen Sandsteinen, innen aus kleineren Steinen
- Mauerkronenabdeckung unbekannt – bei Restaurierung 2013: neue abgerundete Sandsteine
- Schießscharten erhalten:
- Schlüssellochscharten für Bogenschützen (variabler Abschusswinkel)
- Maulscharten für Armbrustschützen
- In einem Rundturm: Nische mit Madonnenfigur um 1500
Mauerwerk
- Keine Bindersteine, sondern Ankersteine für Stabilität
- Fugen aus Kalkmörtel zur Feuchtigkeitsregulierung
- Archäologisch nachgewiesen: vertikale Balken als Teil des Baugerüsts wurden eingemauert
- Nachträgliche Gerüstlöcher heute noch sichtbar
- Mögliche frühere dachförmige Abdeckung zur Wasserableitung
- Teilweise begehbare Mauer, Wehrpfad entlang der Innenseite
- Grabenanlage außen nicht überliefert
Rundtürme und Tore
- Tore im Süden und Nordwesten waren von zwei Rundtürmen flankiert
- Türme mit Vorkragung über Gesims, teilweise Zinnen, mindestens 4,5 m hoch
- Durch höheres Bodenniveau heute gedrungener wirkend
- Archäologisches Fenster zeigt ursprüngliches Bodenniveau
- Schalentürme, zum Ort hin offen, nicht zur Verteidigung gegen den Ort nutzbar
- Zurückgesetzte Tore, wodurch Zwinger entstand – Feind konnte von mehreren Seiten beschossen werden
- In einem Turm: ursprüngliche Figur „Maria mit Kind“ (15. Jh.), durch Kopie ersetzt
- Später: Fußgängerdurchgänge geschaffen, teilweise wieder geschlossen
Kurioses
- Bis 1850 endete die Spessartstraße an der Mauer
- Um 1865: kleines Loch in der Mauer, Zugang zum Gasthaus „Zum Engel“
- Der Name „Loch“ für das Gasthaus wurde im Volksmund übernommen
Restaurierung und Auszeichnung
- Restaurierung 2013: Erhalt der Mauer in ihrem damaligen Zustand
- Innenabdichtung mit Asphalt, neue Sandsteinabdeckung
- Erhaltene Bereiche im Norden, Osten und Süden (ca. 100 m Abschnitt beim Oberen Tor)
- Abbrüche v. a. im Westen und bei der St. Margareta Kirche
- Historischer Mauerverlauf heute durch besondere Pflasterung kenntlich gemacht
- Auszeichnung mit dem Sparkassen-Baupreis 2014 der Stiftung Miltenberg-Obernburg
Quelle: Artikel basiert auf dem Wikipedia-Eintrag „Ortsbefestigung (Sulzbach am Main)“ unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0.
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